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Pressemeldungen & News

Die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Mettmann zum Internationalen Frauentag am 8. März

Pressemeldung vom 26.02.2019

Gleichstellungsarbeit ist vor allem eine Frage der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit. Frauen und Männer können ihren eigenen Lebensentwurf nur frei gestalten, wenn sie Zugang zu gleichberechtigter Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen haben.

Dennoch muss festgestellt werden: Obwohl Frauen knapp über die Hälfte der deutschen Bevölkerung ausmachen, sind sie doch auch noch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in allen politischen Institutionen deutlich unterrepräsentiert. Nur jedes vierte Mitglied der deutschen Länderparlamente ist 2019 weiblich, nur jedes dritte Bundestagsmitglied eine Frau.

Selbst im Bundeskabinett, das seit Jahren von Kanzlerin Angela Merkel angeführt wird, konnte bisher keine vollständige Geschlechterparität hergestellt werden. Von 16 Kabinettsmitgliedern sind sieben weiblich. Noch immer sind Frauen in der Bundes- und Landespolitik deutlich unterrepräsentiert.

Noch drastischer ist es auf der kommunalen Ebene: Nur jedes zehnte Bürgermeisteramt wird heute von einer Frau besetzt. Der Rat der Stadt Mettmann setzt sich aus insgesamt 45 Mitgliedern zusammen, davon sind nur 16 Frauen.

Dieser Umstand wird als Verletzung des zentralen Prinzips der demokratischen Gleichheit wahrgenommen und begründen die Forderungen nach einem höheren Frauenanteil in der Politik und nach echter „Geschlechterdemokratie“.

Dass die tatsächliche gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in allen Bereichen der Gesellschaft noch nicht durchgesetzt ist, wird auch an folgenden Tatsachen deutlich: Erwerbstätige Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit, sind bei den Führungspositionen unterrepräsentiert, leisten den Hauptteil der unbezahlten Arbeit in Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sowie in den wenig wertgeschätzten Ehrenämtern.

Dramatisch ist auch, dass in Deutschland jede vierte Frau von häuslicher Gewalt bedroht ist.

Gerade am Internationalen Frauentag müssen diese Aspekte der faktisch nicht umgesetzten Gleichberechtigung aufgezeigt werden. Die Stärkung von Frauen- und Mädchenrechten ist gesellschaftliche Aufgabe. Frauen und Männer sollten gleichermaßen für dieses grundgesetzlich verankerte Gebot eintreten.

Dokumentarfilm zum Internationalen Frauentag

Zum Internationalen Frauentag wird am 11. März im Weltspiegel-Kino der Dokumentarfilm „Embrace - Du bist schön“ gezeigt. Der Film thematisiert die problematische Sicht - vor allem junger Frauen - auf ihr Schönheitsbild, ihre Körperwahrnehmung und das Phänomen des „Bodyshaming“. Anschauliches Begleitmaterial wird zur Verfügung gestellt.

Außerdem wird im Rahmen der „Frauenfilmreihe“ im Mettmanner Kino am 13. März der Film „Die Frau, die vorausgeht“ gezeigt.

Astrid Ferl ist die Gleichstellungsbeauftragte in der Mettmanner Stadtverwaltung. (Foto: Kreisstadt Mettmann)

 

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