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Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Mettmann

Beförderungen Feuerwehr Jubiläum
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurden zusammen mit Bürgermeister Thomas Dinkelmann auch Beförderungen durchgeführt. (Foto: Feuerwehr Mettmann)
Pressemeldung vom 25. November 2019
 

Eines war an dem für die Feuerwehr Mettmann derart bedeutenden Termin besonders: Nachdem in den vorherigen 72 Stunden der Mettmanner Wehrleiter Marco Zerweiss und einen Tag danach auch noch sein Stellvertreter Matthias Mausbach krankheitsbedingt die Segel für dieses Wochenende streichen mussten, sprang die zweite Riege, konkret die beiden Löschzugführer Mike Heimbächer und Dirk Fischer, für die Führung durch den Abend ein. Bei der Feuerwehr werden solche Situationen gerne als „dynamische Lage“ beschrieben. Der Begriff bedeutet, dass sich Situationen an einer Einsatzstelle schnell ändern können und zudem nichts so ist, wie es scheint. Im Einsatzalltag kommt dies durchaus öfter vor.

Unter der Leitung von Lisa Marie Holzschuh eröffnete das Stadtorchester Mettmann den offiziellen Programmteil. Vor den geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung und Feuerwehrprominenz des Landes, des Kreises und der Nachbarstädte, Vertretern von Polizei und Hilfsorganisationen, örtlichen Vereinen sowie den eigenen Mitgliedern aus Jugendfeuerwehr, Einsatz-, Unterstützung- und Ehrenabteilung ist in einem schauspielerischen Rückblick in vier Akten die Entwicklung der Feuerwehr in Mettmann analysiert worden. Nachdem man die Gründung hautnah nacherleben durfte, zeigten weitere Mitglieder der Feuerwehr die Besonderheiten der Episode der Technisierung und der schwierigen Nachkriegszeit. Zum Abschluss führte „Reiseleiterin“ Veronika Traumann, ihres Zeichens Feuerschutz-Dezernentin, retrograd durch die Veranstaltungen des Jubiläumsjahres.

Theaterstück Gründung Feuerwehr

Mit einem Theaterstück wurden die Gäste auf eine Zeitreise durch 150 Jahre mitgenommen. (Foto: Kreisstadt Mettmann)

Die Entwicklung des Feuerwehrwesens seit der Gründung am 27. Juli 1869 hätte vielschichtiger gar nicht sein können. Während man zu Beginn mit Eimern und handbetätigten, auf Karren verladenen Pumpen, meistens zu Fuß oder per Fuhrwerk zum Brandherd eilte, konnte man in den 1920er Jahren endlich motorbetriebene Geräte und Fahrzeuge in Dienst stellen. Heute verrichten 18 Feuerwehr- und 4 Rettungsdienstfahrzeuge in Mettmann mit ihren Dienst. Wurde die Feuerwehr zu Beginn des Feuerlöschwesens ausschließlich zum Löschen von Bränden eingesetzt, ist sie seit geraumer Zeit eher Mädchen für alles. Die Fahrzeuge sind notwendigerweise komplexe Hilfeleistungssysteme geworden. Jüngst wurde damit sogar ein Waschbär in Mettmann gerettet.

In einem Bericht einer Jahreshauptversammlung vom Ende des 19. Jahrhunderts kann man nachlesen, dass die Feuerwehr ein ruhiges Jahr hatte. Man musste nur zu einem einzigen Brand ausrücken. Zum Vergleich: 2018 rückte die Feuerwehr Mettmann etwa 8.000 Mal zu Brandeinsätzen und Hilfeleistungen aus. Hierbei entfallen die meisten Einsätze mit etwa 90 Prozent auf den Rettungsdienst. Waren Feuerwehrleute in den Gründerjahren hauptsächlich Turner, so lassen sich heute alle Gesellschafts- und Berufsfacetten in dieser Institution finden. Seit 1993 nimmt der Frauenanteil in Mettmann stetig zu. Moderne Menschenführung löst jahrzehntelang gepflegte autokratische Disziplinmodelle ab.

150 Jahre sind eine beeindruckende Zahl und die Feuerwehr Mettmann hat in diesem Zeitraum dem Bürger stets Hilfe geleistet. Egal ob als beruflicher Feuerwehrmann, im Ehrenamt oder als Mitarbeiter im Rettungsdienst. Beide Teile der Feuerwehr arbeiten Hand in Hand zusammen und ergänzen sich gegenseitig.

Die kommenden 150 Jahre stellen eine besondere Herausforderung dar. Die Dynamik von Veränderungen nimmt dramatisch zu. Diese müssen aufgenommen, verarbeitet und umgesetzt werden. Hierfür hat sich die Feuerwehr Mettmann in der jüngeren Vergangenheit bereits fit gemacht und denkt auch für die Zukunft gerne in innovativen Modellen. Hierzu animierten uns die Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes gleichermaßen wie der stellvertretende Bezirksbrandmeister Mirko Braunheim.

Bürgermeister Thomas Dinkelmann hob im besonderen Maße das große ehrenamtliche Engagement in Verbindung mit der schwierigen gesellschaftlichen Entwicklung der heutigen Tage hervor und bedankte sich für die wichtige Arbeit als fester Bestandteil Mettmanns. Sein Vergleich mit „den echten Stars des Abends“ ehrt die Kameradinnen und Kameraden sehr.

Jubiläum Feuerwehr Mettmann

Fachlicher Austausch nach dem offiziellen Teil in der Neanderthalhalle. (Foto: Feuerwehr Mettmann)

Die Feuerwehr ehrt ihre Mitglieder und ihr Engagement besonders gerne dann, wenn sie lange Jahre aktiv tätig sind oder waren. So konnten auch dieses Jahr Ehrungen für 10, 25, 35, 40 und 50 Jahre Mitgliedschaft ausgesprochen werden. Mit Erreichen eines festgelegten Ausbildungsniveaus können Feuerwehrleute befördert werden. Hierbei wurde besonders deutlich, dass die Feuerwehr Mettmann erfolgreiche Nachwuchsarbeit leistet. Alleine in den letzten beiden Jahren konnten über 25 neue Mitglieder gewonnen und in ihrer ersten Etappe ausgebildet werden.

In der im Juni gemeinsam mit dem Club Golden K in Mettmann veranstalteten „Blaulicht Party“ hat man gemeinsam mit dem Eigentümer entschieden, die Erlöse des Abends für einen guten Zweck zu spenden. Der Lebenshilfe e.V. konnte an dem Abend der Scheck mit 500 EUR symbolisch übergeben werden. Eine weitere Spende in gleicher Höhe erhält die Einrichtung Paulinchen, die brandverletzte Kinder unterstützt.

Mit dem musikalischen Abschluss mit Bohemian Rhapsody und Highland Cathedral konnten sich Gäste und Feuerwehrleute im anschließenden Empfang in der Neandertalhalle austauschen und den Abend ausklingen lassen.

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