Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Januar an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee erinnert. Der Jahrestag der Befreiung wurde auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Auch in Mettmann wurde bei zwei Gedenkveranstaltungen der Holocaust-Opfer gedacht.
Die Gedenkfeier, zu der das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage am Dienstagabend am Koburg-Mahnmal auf dem Lavalplatz eingeladen hatte, wurde wegen des Regens in die evangelische Stadtkirche verlegt. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Konrad-Heresbach-Gymnasiums gestalteten die Feier mit Texten von KZ-Insassen. Zwischen den Vorträgen wurden Lieder eingespielt und die Schülerinnen und Schüler riefen zu einer Schweigeminute für die NS-Opfer auf – verbunden mit dem Appell, dass so etwas nie wieder passieren dürfe.
Unter den knapp 100 Gästen, darunter auch Bürgermeister André Bär, waren viele Schülerinnen und Schüler. Einer jüdischen Tradition folgend hatten sie kleine Steine bemalt und beschriftet (Hoffnung, Liebe, Glaube), die den Teilnehmenden am Ausgang der Kirche mit auf den Weg gegeben wurden. Auf jüdischen Friedhöfen ist es Tradition Steine auf Grabsteine zu legen, um die Toten zu ehren und in Stille Anteil zu zeigen, erläuterte eine Schülerin. „Legen Sie einen Stein einfach an einen Platz ihrer Wahl hin.“ Zum Schluss wurden am Koburg-Mahnmal Blumen und Gebinde niedergelegt.
Landrätin Bettina Warnecke hatte mittags zu einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal im Neandertal eingeladen. An der Installation „Heller Schatten“ der Berliner Künstlerin Franziska Peters erinnerte Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage an die letzte Hinrichtung 1945 in Mettmann, als der 18-jährige Friedel Diederich auf Befehl der SS im Neandertal erschossen wurde. Bürgermeister André Bär und Stadtarchivar Marinko Betker legten am Mahnmal Blumen nieder.

Landrätin Bettina Warnecke hatte zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus ins Neandertal eingeladen. (Foto: Kreisstadt Mettmann)

