So soll er ausgesehen haben: Konrad Heresbach.

Konrad-Heresbach-Jahr: Stadtarchiv rückt bedeutenden Humanisten in den Fokus

Pressemeldung vom 28. Juli 2026
 

Am 2. August jährt sich der Geburtstag von Konrad Heresbach zum 530. Mal. Damit nicht genug: Sein Todestag, der 14. Oktober 1576, jährt sich zum 450. Mal. Grund genug fürs Stadtarchiv, den besonderen Sohn der Stadt ein bisschen in den Vordergrund zu rücken. 

Der heute eher unbekannte Humanist Heresbach war zu seiner Zeit eine wichtige Person für die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Als Prinzenerzieher und Rat des späteren Herzogs Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg prägte er das Leben in einer Zeit voller Veränderungen maßgeblich mit. Seine Schriften zu den verschiedensten Themen sind auch heute noch anschlussfähig. Trotz seines einzigartigen Lebenslaufs ist er in Vergessenheit geraten – auch wenn ein Gymnasium nach ihm benannt wurde.

Das Stadtarchiv hat dies zum Anlass genommen, in diesem Konrad-Heresbach-Jahr mit verschiedenen Formaten an ihn zu erinnern. Zusammen mit dem Grafiker Thomas Wienecke aus der Hausdruckerei der Stadt hat Jacqueline Muhlack, wissenschaftliche Volontärin im Stadtarchiv, ein Ausmalheft gestaltet. Es wurde bereits an drei Grundschulen verteilt. Mit den Bildern zum Ausmalen sollen auch die Jüngsten etwas über Heresbach lernen. Das Heft wird es demnächst an verschiedenen Orten in der Stadt geben. Außerdem begleitete das Team des Stadtarchivs einen Kurs am Konrad-Heresbach-Gymnasiums (KHG) während einer Projektwoche über Heresbach.

Das Ausmalbuch über Konrad-Heresbach. (Grafik: Kreisstadt Mettmann)

In Kooperation mit Gut Heresbach hat das Stadtarchiv eine kleine Roll-up-Ausstellung erarbeitet. In den kommenden Monaten wird sie an verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sein und den Schulen zur Verfügung gestellt. Außerdem sind kleinere Social Media-Beiträge zu seiner Person geplant, die in der nächsten Zeit unregelmäßig auf den Kanälen der Stadt veröffentlicht werden.

 

Konrad-Heresbach

Konrad Heresbach wurde am 2. August 1496 auf Gut Heresbach geboren; er starb am 14. Oktober 1576 in Rees. Der Sohn eines begüterten Landwirts studierte die Artes Liberales, Theologie und Jurisprudenz an deutschen, französischen und italienischen Universitäten.

Seit 1520 war er mit Erasmus von Rotterdam, dem bedeutendsten Vertreter des europäischen Humanismus, befreundet, der ihm zunächst eine Professur für Griechisch in Freiburg vermittelte, 1523 dann die Stelle des Erziehers des Erbprinzen Wilhelm von Kleve.

Noch vom Vater Wilhelms, Herzog Johann III., wurde Heresbach 1535 zum Geheimen Rat ernannt. Diplomatische Missionen führten ihn an zahlreiche Höfe Europas. Daneben war er auf verschiedenen Reichstagen, zahlreichen Synoden und Religionsverhandlungen vertreten. Durch seine Bücher über die Landwirtschaft wird er auch als Vater der modernen Agrarwissenschaften bezeichnet. Weitere Informationen zu seiner Biografie gibt es hier auf der Homepage. 

 

Gut Heresbach

Im September des vergangenen Jahres hat eine Eigentümergemeinschaft Gut Heresbach erworben und mit der Sicherung der Gebäude begonnen. Die denkmalgeschützte Hofanlage wird zu neuem Leben erweckt und in einen modernen Arbeitsort zwischen Tradition und Moderne transformiert, in eine Ideenschmiede für Startups, die sich unter anderem mit den großen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit beschäftigen. Eine Gruppe junger Unternehmer wird unter dem Namen „Neandervalley“ Büros und Co-Working-Flächen, Veranstaltungs- und Konferenzräume sowie Übernachtungsmöglichkeiten und Werkstattflächen einrichten. Darüber hinaus soll das Erbe Heresbachs, sein Schaffen und Wirken, bewahrt und gewürdigt werden. 

Neandervalley

Blick in die Zukunft: Die Ideenschmiede „Neandervalley“ auf Gut Heresbach (Bild: privat)