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Eine Schülerin vor ihrem i-pad in der Schule
Symbolfoto: steveriot1 / pixabay

Zwischenstand zur Schullandschaft

Pressemeldung vom 23. September 2022
 

Für die Um- und Neugestaltung der Mettmanner Schullandschaft an der Goethestraße sind in den vergangenen Wochen zusammen mit zwei Planungsbüros viele Ideen entwickelt und Szenarien durchgespielt worden. „Bei allen Überlegungen und Planungen werden wir versuchen, die Beeinträchtigungen für Schüler und Lehrer der Gesamtschule, der Realschule und Otfried-Preußler-Schule während der Übergangszeit des Neubaus der Gesamtschule so gering wie möglich zu halten“, sagt Bürgermeisterin Sandra Pietschmann. Nach eingehender Prüfung steht nun fest, dass die  auslaufende Realschule nicht im Konrad-Heresbach-Gymnasium untergebracht wird. Ein Parallelbetrieb ist dort nicht empfehlenswert. Deshalb wird diese Möglichkeit nicht weiterverfolgt.

Zusammen mit den Planungsbüros ist die Möglichkeit geprüft worden, Teile der Gesamtschule in die Realschule auszulagern. „Dafür müssten in der Schlussphase des Interims einige Container ergänzend auf dem Schulhof der Realschule aufgestellt werden, in denen Schüler der Gesamtschule  unterrichtet werden“, so Marko Sucic, Beigeordneter für den Bereich Bildung, Jugend, Soziales. Diese Lösung hätte den großen Vorteil, dass die Realschüler nicht umziehen müssten und ihren Abschluss an ihrer Schule machen könnten. Zudem wären die übergangsweise ergänzend zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten der Gesamtschule in fußläufiger Entfernung zu den Hauptgebäuden der Gesamtschule am Borner Weg. Diese Lösung, so Beigeordneter Sucic, sei von der Bezirksregierung wohlwollend zur Kenntnis genommen worden und wird auch von den Schulleitern unterstützt.

Wenn mit dem Neubau für die sechszügige Gesamtschule auf dem Areal der Otfried-Preußler begonnen wird, muss die Grundschule zunächst übergangsweise an einem anderen Standort untergebracht sein. Die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule wären viel zu groß. Deshalb wird mit Nachdruck nach einer Lösung für die Übergangszeit ebenso wie nach einem neuen, dauerhaften und zukunftsfähigen Standort für die OtfriedPreußler-Schule gesucht. „Wir prüfen verschiedene Optionen und spielen unterschiedliche Szenarien durch“, so Sucic.

Mammutaufgabe Schullandschaft wird in Masterplan münden

Die Planungen laufen in den kommenden Wochen mit Hochdruck weiter. „Wir werden die Schulleitungen, aber auch die Schulpflegschaften über die weiteren Schritte, Überlegungen und Planungen auf dem Laufenden halten“, sagt Bürgermeisterin Sandra Pietschmann.

Neben den Schulen am Campus Goethestraße hat jede weitere Schule in Mettmann in den nächsten Jahren ebenfalls räumlichen Optimierungsbedarf in verschiedenen Umfängen in Form von Sanierung, Anbau oder auch Neubau. Die Gründe hierfür sind sehr vielschichtig und liegen z.B. in der Einführung des Rechtsanspruches auf einen OGS-Platz, der erneuten Umstellung von G8 auf G9, Ausweitung auf Ganztagbetrieb an einem Gymnasium oder auch veränderten Raumanforderungen einhergehend mit methodischen Veränderungen. Auch wurden aus der Entwicklung der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren nicht die zwingenden Schlüsse gezogen, Investitionen wurden verschoben. Der Fokus lag auf der Optimierung der Betreuungsplätze in den KITAs als Folge des Rechtsanspruches auf U3-Betreuung.

Als Ergebnis muss festgehalten werden, dass die Schulinfrastruktur der Stadt nicht entsprechend konsequent vorbereitet wurde. Dies bedeutet, dass jetzt an vielen Stellen gleichzeitig die Not sehr groß ist und unter großem Druck nachgearbeitet werden muss.
Für ein optimiertes Monitoring der Schülerzahlen sorgt aktuell die Sozialplanung gemeinsam mit der Schulverwaltung. Die Sozialplanung wurde hierfür mit entsprechender Software ausgestattet, die es erlauben wird, zeitnah und mit Mettmanner Echtdaten (keinen NRW-weiten Hochrechnungen) auf sich anzeigende Veränderungen zu reagieren.

Bei der Vielzahl der anstehenden Projekte ist eine Priorisierung unumgänglich. Das Hauptaugenmerk liegt daher aktuell auf dem Campus Goethestraße. „Gleichzeitig behalten wir jedoch auch die weiteren Bedarfe nicht nur im Blick, sondern arbeiten an einem Masterplan für die Schullandschaft. Auf dessen Basis wird die Reihenfolge der weiteren Projekte festgelegt “, betont Sandra Pietschmann. Ziel ist es, strukturiert an die Umsetzung heranzugehen, gegenseitige Projektabhängigkeiten zu erkennen und zu berücksichtigen. Die Erhebung der Bedarfe an den einzelnen Schulen erfolgte im 1. Halbjahr 2022. Die Ergebnisse fließen in den Masterplan ein, der gemeinsam mit NRW Urban jetzt erarbeitet wird.

Dazu die Bürgermeisterin: „Die Gestaltung der Schullandschaft ist eine Mammutaufgabe. Sie stellt uns als Stadtgesellschaft insgesamt vor große Herausforderungen in Bezug auf unsere Finanzen, Personalressourcen und nicht vorhandene Grundstücksoptionen. Doch vor allem wird unsere Bereitschaft auf die Probe gestellt, Bedarfe des anderen anzuerkennen und diese in Verbindung mit den gleichermaßen berechtigten eigenen Interessen in eine bestmögliche Lösung, einen für alle Beteiligten tragbaren Kompromiss, münden zu lassen. Dabei ist es uns bewusst, dass der Geduldsfaden nach Jahren des Wartens und des Improvisierens an vielen Stellen zwischenzeitlich sehr dünn ist und die notwendige Priorisierung der Projekte nicht allen Schulen schnelle Abhilfe bringen wird. Doch wird uns dieses Vorgehen allen eine – jetzt noch fehlende – Perspektive aufzeigen und zeitliche Orientierung geben können. Die jetzt noch unübersichtliche Mammutaufgabe der Umgestaltung der Schullandschaft erhält eine für alle Akteure verlässliche Struktur.“

Alle Beteiligten – Schulleitungen, Elternvertretern und die Vertreter der Kommunalpolitik – sind aktiv in den Gestaltungsprozess einbezogen. Der Ausschuss für Schule und Bildung tagt am 10.11.2022. Hier erfolgt ein nächstes Update zu diesem herausfordernden Thema der Schullandschaft in Mettmann.

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