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Symbolbild: geralt / pixabay

„In den Stadträten sind Frauen unterrepräsentiert“

Pressemeldung vom 3. März 2020
 

Astrid Ferl, Mettmanns Gleichstellungsbeauftragte, schreibt zum Internationalen Frauentag am 8. März: 

„Die mangelnde Heranziehung von Frauen zu öffentlichen Ämtern und ihre geringe Beteiligung in Parlamenten ist schlicht Verfassungsbruch in Permanenz“. Dieses Zitat von Elisabeth Selbert, eine der „Mütter des Grundgesetztes“, beschreibt auch 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts die Realität: Frauen sind in politischen Ämtern und Mandaten auf allen politischen Ebenen in Deutschland noch unterrepräsentiert.

Für die Juristin Elisabeth Selbert, die als Mitglied des Parlamentarischen Rates vor mehr als 70 Jahren erfolgreich dafür gekämpft hatte, dass Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz mit seinem Postulat: “Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in unsere Verfassung aufgenommen wurde, wäre diese Realität nicht hinnehmbar. Sie hätte das Tätigwerden aller gesellschaftlichen Kräfte, vor allem der Politikerinnen und Politiker eingefordert, um den Frauenanteil in politischen Ämtern zu erhöhen.

Der Gesetzgeber muss aufgrund von Art. 3 Abs. 2 GG  bestehende strukturelle Nachteile von Frauen gegenüber Männern abbauen und fördernd tätig werden, um das Ziel der tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung zu erreichen. Im Jahr 1994 wurde Art. 3 GG nämlich um den Satz „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“ ergänzt.

Wenn also auch noch im Jahr 2020 lediglich 27,1 Prozent Frauen im nordrhein-westfälischen Landesparlament Mandatsträgerinnen sind, stellt dies keine gleichberechtigte Teilhabe an den für das Land zu treffenden politischen und gesetzgeberischen Entscheidungen dar. Unumstritten wird als Grund für diesen geringen Anteil von Frauen, die Praxis der  Kandidatenaufstellung in den Landeslisten der Parteien gesehen. Abhilfe kann nur geschaffen werden, wenn Wahllisten aller Parteien paritätisch aufgestellt werden.

Auch in den Stadträten sind Frauen unterrepräsentiert. In den Mettmanner Stadtrat sind derzeit 16 Frauen gewählt, das entspricht bei insgesamt 44 gewählten Mitgliedern einer Quote von 36,36 Prozent. Der Anteil von Frauen, insbesondere in der Kommunalpolitik, ist bundesweit sehr niedrig.

Der Weltfrauentag ist also immer noch und gerade jetzt wieder ein Tag, um frauenpolitisch aktiv zu werden und sich mit Themen auseinanderzusetzen, die die Frauen- und Mädchenrechte in unserer Gesellschaft stärken und  auf  Ungleichbehandlungen hinweisen.

Film zum Internationalen Frauentag

Zum Internationalen Frauentag wird am Mittwoch, 11. März, um 20 Uhr  im Weltspiegel-Kino der Film „Der Glanz der Unsichtbaren- Obdachlosenhilfe mit Herz und Humor“ gezeigt. Der Film von Louis-Julien Petit zeigt, wie man obdachlosen Frauen wieder Lebensfreude und Kraft geben kann. Es wirken auch Laiendarstellerinnen mit, die selbst schon auf der Straße gelebt haben. Der Eintritt beträgt 11 Euro inklusive einem Glas Sekt oder Mineralwasser. Vorbestellungen der Karten sind unter www.kinomettmann.de oder täglich ab 14.30 Uhr an der Kinokasse möglich .

 

 

 

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