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Indischer Autor schenkt Stadtbibliothek seinen neuesten Erzählband

Buchübergabe
Edward Nazareth überreicht Bibliotheksleiterin Imke Lucka (l.) und ihrer Stellvertreterin Ursula Leifeld seinen Erzählband. Nazareths Ehefrau Bredeena Nazareth (r.) und seine Mettmanner Freunde Mathew Joseph und seine Frau Saramma Joseph, begleitete ihn in die Stadtbibliothek. (Foto: Kreisstadt Mettmann)
Pressemeldung vom 24. September 2019
 

Der indische Autor Edward Nazareth hat während eines kurzen Aufenthaltes in Mettmann den Bibliotheksleiterinnen Imke Lucka und Ursula Leifeld seinen neuesten Erzählband mit dem Titel „Am Heiligen Abend“ für die Stadtbibliothek überreicht. „Ich hoffe, dass viele Mettmanner meine Geschichten lesen werden“, sagte Nazareth.

Der Inder hat mit seiner Familie viele Jahre in Mettmann gelebt. Im vergangenen Jahr kehrten er und seine Frau Bredeena Nazareth in ihre Heimat im südindischen Bundesstaat Kerala zurück.

Nazareth hat bislang vier Sammlungen seiner Erzählungen veröffentlicht. Deutsche Übersetzungen seiner Geschichten sind bereits in der Zeitschrift „Meine Welt“ erschienen. In Indien wurde er mit vier wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet.

In seinem neuesten Band hat Nazareth die Zeit, die er mit der Familie in Mettmann verbracht hat, verarbeitet. Aber auch Geschichten seiner Landsleute, die in Deutschland leben oder lebten, boten ihm Stoff für seine Geschichten. „Die Erzählungen sind nicht nur Beschreibungen von Lebenssituationen der Inder als Migranten, sondern auch Rückmeldungen an die hiesige Gesellschaft über ihre Gefühls- und Empfindungswelt. Ohne Beschönigung sagt der Autor, was es bedeutet, als Ausländer in einem fremden Land zu leben“, schreibt Nazareths Landsmann Jose Punnamparambil über das Buch. Es ist das erste Mal, dass ein Erzählband, der von einem indischen Migranten in seiner Muttersprache Malayalam verfasst wurde, in deutscher Übersetzung erscheint.

In den 1960er- und 1970er-Jahren kamen an die 5000 junge Frauen aus dem Bundesstaat Kerala, die meistens aus christlichen Familien stammten, nach Deutschland, um sich zu Krankenpflegerinnen ausbilden zu lassen. Eine von ihnen war Nazareths Frau. In Mettmann arbeitet sie zunächst im Katholischen Krankenhaus, dem heutigen Haus St. Elisabeth. Als sie zu einem Besuch in ihre Heimat zurückkehrte, lernte sie ihren Mann kennen und brachte ihn 1974 mit nach Mettmann.

Hier begann für beide ein neues Leben, in einer urbanen Gesellschaft mit völlig fremden Normen und Verhaltensweisen. „Aber wir haben uns in Mettmann immer sehr wohl gefühlt“, sagte das Ehepaar bei der Buchübergabe in der Stadtbibliothek. Den Besuch nutzten Edward und Bredeena Nazareth auch, um ihre Freunde Matthew Joseph und seine Frau Saramma, die ebenfalls aus Kerala stammen und seit vielen Jahren in Mettmann leben, wiederzusehen.

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