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Marco Zerweiss, Leiter der Feuerwehr
Marco Zerweiss, der Leiter der Feuerwehr. (Foto: Feuerwehr Mettmann)

Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr werden: Ausbildung startet am 28. April

Pressemeldung vom 25. April 2022
 

Man könnte meinen, die Feuerwehr sei eine ziemlich elitäre Gemeinschaft. Gerade einmal 0,25 Prozent der Mettmanner Bevölkerung engagiert sich bei der Feuerwehr und rettet, hilft und versorgt Menschen, die in Not geraten sind. Das hört sich nach sehr wenig an – ist es auch. Dies mag verschiedene Gründe haben. Zwar genießen Feuerwehrleute durchweg ein positives Image, aber der freiwillige Dienst in der Feuerwehr ist häufig mit der Vorstellung von sehr hoher sportlicher Leistungsfähigkeit und einer großen zeitlichen Investition verbunden, die neben Familie, Job und anderen Hobbys fast unerreichbar scheint.

Am 28. April beginnt die neue Grundausbildung für Mettmannerinnen und Mettmanner, die Interesse an einem spannenden Engagement bei der Feuerwehr haben. Heute (25. April) findet zudem um 19 Uhr ein weiterer Informationsabend auf der Feuerwache an der Laubacher Straße statt, an dem sich Frauen und Männer sich über die Tätigkeit im Feuerwehrdienst und über die Ausbildung informieren kann.

Der Leiter der Feuerwehr Mettmann, Marco Zerweiss, erläutert im Interview Wissenswertes:

Feuerwehrleute müssen topfit sein und jede Nacht um 2 Uhr zum Einsatz aus dem Bett. Ist das so?
Marco Zerweiss: Da kann ich gleich mit dem ersten Vorurteil aufräumen: Die Feuerwehr besteht aus verschiedenen Abteilungen. Die Mitglieder werden nach Interessenlage, Fitness und Eignung eingesetzt. Die Einsatzabteilung beispielsweise wird über Alarmempfänger zu Einsätzen gerufen. Das kann zu jeder Tages- und Nachtzeit sein. Die Atemschutzgeräteträger, die ins Feuer gehen, müssen natürlich gesund und fit sein. Diejenigen, die ein Fahrzeug zum Einsatzort fahren, müssen vor allem sicher fahren und die nötige Ruhe haben. Es gibt aber auch die sogenannte Unterstützungsabteilung, die im Hintergrund wichtige Aufgaben erledigt. Zum Beispiel die Kinder der Einsatzkräfte während des Einsatzes betreut, für die Einsatzverpflegung sorgt, wo wir Organisationstalente haben oder die Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt unterstützt wird. Wer sich das gar nicht vorstellen kann und die Feuerwehr dennoch unterstützen will, kann Mitglied im Förderverein werden. Und zum Aufstehen um 2 Uhr: Im letzten Jahr gab es nicht einmal 30 Einsätze zwischen 24 und 6 Uhr. Es werden ja auch nicht immer alle alarmiert.

Welches Alter ist ideal für die Feuerwehr?
Marco Zerweiss: Bei uns ist ein Engagement bei der Jugendfeuerwehr ab einem Alter von 11 Jahren möglich. Die Ausbildung für die Einsatzabteilung kann man frühestens mit 16 beginnen. Den Wechsel in die Einsatzabteilung vollziehen wir mit 18 Jahren. Aktiv im Einsatz mitwirken darf man bis zum gesetzlich Renteneintrittsalter (aktuell 67 Jahre). Viele Mitglieder der Jugendfeuerwehr bleiben uns erhalten. Gerne gesehen sind aber auch lebenserfahrene Interessierte, die sich für die Gesellschaft einsetzen und helfen wollen. Wir haben auch Quereinsteiger mit 45 Jahren.

Investition in die Zeit: Was kommt auf mich zu?
Marco Zerweiss: Heutzutage ist der Dienst am Mitmenschen nicht sehr populär. Wir reagieren darauf, in dem wir auf persönliche Möglichkeiten Rücksicht nehmen. Natürlich kann man in der ersten Mannschaft mitspielen. Dann erwarten wir eine regelmäßige Einsatzbeteiligung und 14-tägige Übungsbeteiligung. Das Training ist dann wichtig. Wenn es in Lebensabschnitten mal andere Schwerpunkte gibt, dann ist das okay und wir nehmen darauf Rücksicht. Die Unterstützungsabteilung trifft sich deutlich seltener. Man kann sich ja auch langsam herantasten und wenn es Spaß macht, voll durchstarten.

Wie sieht denn eine Ausbildung bei der Feuerwehr aus?
Marco Zerweiss: Wir starten mit der Grundausbildung. Diese findet am Standort in Mettmann mit unseren Ausbildern statt. Sie dauert etwa ein Jahr und findet donnerstagsabends im 14-tägigen Rhythmus statt. Man lernt über Organisation, Technik und Taktik in Theorie und Praxis das Grundhandwerk. Bei Mitgliedern der Unterstützungsabteilung ist die Ausbildung verkürzt und auf das Wichtigste beschränkt. Erste Hilfe lernen beispielsweise alle.

Wer neugierig geworden ist, kann heute Abend (25. April) ganz unverbindlich mehr zur Freiwilligen Feuerwehr erfahren und persönliche Fragen stellen. Für Kurzentschlossene besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, spontan am 28. April, um 19.30 Uhr, zum Start der Ausbildung auf der Feuer- und Rettungswache Laubacher Straße 14, dazustoßen. Zugang über den Rathausparkplatz über das Tor gegenüber der Sporthalle.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage zur Feuerwehr Mettmann.

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